GARE DE L'EST

Über das deutsche Wiederanknüpfen an europäische Avantgarden nach dem Krieg und die aktuelle Beschäftigung mit den frühen Formen der Abstraktion.

23.09.2012 bis 04.11.2012
Blick auf die Galerie mit Arbeiten von Marcus Neufanger (Foto: Uwe Seyl)
Anton Stankowski (Foto: Dieter Blum)
Ottomar Domnick (Foto: Dieter Blum)
Kurt Leonhard (Foto: Dieter Blum)

Die Ausstellung widmet sich im Hauptteil vorwiegend jungen künstlerischen Positionen, die sich an Ästhetik und Theorie der Kunst der 1950er und 60er Jahre ausrichten. Die frühen Formen der Abstraktion finden in dieser Zeit ihre Vollendung und prägen zunächst national eine spezifsiche Begrifflichkeit aus: in Deutschland der Konkretismus, die Informelle Malerei in Frankreich der Tachismus. Zero und frühe minimalistische Tendenzen dagegen etablieren sich unmittelbar international.

Junge, zeitgenössische Kunst greift auf die Erfahrungen dieser Strömungen und Ismen zurück, interpretiert und beschäftigt sich damit unter den Bedingungen je eigenständiger Arbeiten.

 

u.a. John Armleder, Madeleine Boschan, Annelise Coste, Patricia London, Marcus Fauser, Gitte Schäfer, Sylvan Lionni und Marcus Neufanger

 

 

Eingebettet ist diese Präsentation in Schau- und Leseräume von fünf zentralen, historischen Kunstvermittlern, deren Wege sich in der damaligen Zeit in Esslingen und der Region regelmäßig kreuzen.

 

Willi Baumeister (1889-1955), Max Bense (1910-1990), Ottomar Domnick (1907-1989), Kurt Leonhard (1910-2005) und Anton Stankowski (1906-1998)

 

Sie sind, trotz ihrer jeweils sehr unterschiedlichen professionellen Ausrichtung, die wirkmächtigen Kunstvermittler im Südwestdeutschland der Nachkriegszeit. Im Wesentlichen gilt das für die Bildende Kunst, aber auch für die Literatur, die Musik und die Gestaltung. Die annähernd gleichaltrigen Protagonisten sind die führenden Köpfe einer neuen Verbindung der isolierten deutschen Kunstszene zu den europäischen und internationalen Tendenzen. Ihnen gelingt sowohl eine theoretische Fundierung der Kunst, die Entwicklung einer Sparten übergreifenden Ausbildung und die Förderung des Dialogs mit internationaler Kunst.